Offener Brief an die Mitglieder des Kulturausschusses der Stadt Nürnberg

Donnerstag, 29.April 2010

Sehr geehrte Kulturausschussmitglieder, liebe GenossInnen,

Noch Anfang der 90er Jahre galt Nürnberg als „langweiligste Großstadt Deutschlands“. So titelte zumindest der Spiegel. Dem Artikel nach kam der Rest der Republik darin überein, dass es bei uns „beschaulich“, „provinziell“ und ziemlich „spießig“ zugeht. Ein vernichtendes Zeugnis für unsere Stadt.

Um aus dem Stimmungstief herauszukommen, wurden ehrgeizige Schritte unternommen. Nicht nur mit Großevents und Prestigeprojekten wurde das Image der Stadt aufpoliert. Dank gezielter Förderung ist Nürnbergs kreative Seite heute bunt und facettenreich. Eine spannende Kulturszene macht Nürnberg für junge Menschen und Kreative attraktiv. 

Am 30.04.2010 debattiert der Kulturausschuss über die Schließung des Z-Baus, dem seit über 10 Jahren etablierten Zentrum der Nürnberger Jugend- und Alternativkultur. Der Z-Bau ist mit Ateliers und Ausstellungsräumen, Lesebühnen und Kunstwerkstätten ein wichtiger Anlaufpunkt für Kulturschaffende aller Art. Er ist ein wichtiger Stein im Nürnberger Kultur-Mosaik. 70.000 Besucher aus ganz Europa finden jedes Jahr den Weg in das Nürnberger Kulturzentrum. Dabei wirkt der Z-Bau als Schmelztiegel für verschiedene Alters-, Kultur- und Interessengruppen.  

Wahr ist aber auch: Der Z-Bau muss saniert werden. Die Diskussion über fehlende Gelder halten wir für völlig überzogen. Immerhin stehen EU Fördergelder in Aussicht, wenn die Stadt der bereits zugesagten Finanzierung nachkommt. Angesichts anderer bedeutend teurerer Projekte wie Frankenschnellweg und U-Bahnausbau allerdings eine Kleinigkeit. Die Frage ist: Wie viel ist der Stadt Kultur wert? Wir Jusos sind der Meinung: Mehr als ein Lippenbekenntnis! 

Daher fordern wir die Mitglieder des Kulturausschusses auf: Der Z-Bau muss unterstützt, und die Finanzierung garantiert werden!

Kulturelle Angebote müssen für alle und nicht nur für gut situierte BürgerInnen verfügbar sein. Nur wenn die kulturelle Vielfalt in allen Bereichen der Gesellschaft nachhaltig gefördert wird, hat Nürnberg die Chance als „Metropole“ ernst genommen und nicht als „Nest“ verspottet zu werden.

Den Unterstützern des Z-Baus, den Künstlern und den Menschen die ihre Freizeit dort gestalten und dort kreativ sind, möchten wir versichern: Die Jusos stehen für den Erhalt von Kulturangeboten in Nürnberg und werden auch in der SPD dafür kämpfen!

Gez.

Der Vorstand der Jusos Nürnberg

David Schmitt, Nasser Ahmed, Nelia Müller, Yasemin Yilmaz, Jan Vollmer, Dorothea Kretzschmann, Dominique Nou

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Ein Kommentar

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  1. Natascha Vogel sagt:

    Der Z-bau bzw. das ZOOM dürfen einfach nicht dicht gemacht werden. Ich persönlich komme gern regelmäßig nach Nürnberg, um zu feiern.. obwohl ich über 100 km entfernt wohne. Würde der Z-bau geschlossen werden, hätte es für mich keinen Reiz mehr, nach Nürnberg zu fahren. So eine Atmosphäre, diese Leute und viele andere Sachen habe ich bis jetzt nur in Nürnberg, im Z-bau bzw. ZOOM erlebt – man möchte sich also gar nicht ausmalen, was durch die Schließung alles verloren geht.
    MfG
    Natascha

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