AK Grundsatzfragen

In dieser Juso-Seminarreihe zur Aktualität sozialdemokratischer Grundwerte sollen die großen Utopien und der sozialdemokratische Gesellschaftsentwurf gemeinsam diskutiert und hinterfragt werden.

Wenn Du an der Teilnahme an den Veranstaltung interessiert bist, melde dich bitte an unter nasser.ahmed [at] jusos-nuernbergde

Der erste Veranstaltungsblock findet am 27.02.2012 und 01.03.2012 statt. 

Justitia steht für einen der klassischen sozialdemokratischen Wert: Gerechtigkeit

Justitia steht für einen der klassischen sozialdemokratischen Wert: Gerechtigkeit

Die Idee

Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden: Gerade für die Sozialdemokratie sind diese Begriffe von zentraler Bedeutung. Für uns Jusos bleibt daher die Frage zu klären, was diese Grundwerte aus heutiger Sicht für die Sozialdemokratie bedeuten und in welchen konkreten politischen Forderungen diese ihren Ausdruck finden sollten. Die einzige Möglichkeit, bei diesen schwierigen und grundsätzlichen Fragen zu überzeugenden Antworten zu gelangen, wird wohl darin bestehen, sich in einer sachlichen Diskussion mit verschiedenen philosophischen, politischen und rechtlichen Argumenten auseinanderzusetzen. Und genau dies soll in einer Juso-Seminarreihe im nächsten Jahr geschehen.

Im Vordergrund stehen dabei folgende zwei Absichten: Zum einen soll es darum gehen, in der gemeinsamen Auseinandersetzung mit verschiedenen Positionen zu den drei Themenbereichen Verteilungsgerechtigkeit, Geschlechtergerechtigkeit und Frieden die klassischen Grundwerte der Sozialdemokratie zu hinterfragen, zu schärfen und für aktuelle Debatten fruchtbar zu machen. Zum anderen wird diese Auseinandersetzung aber auch der  Schärfung der eigenen moralischen Intuitionen und Grundüberzeugungen dienen und damit nicht zuletzt dazu beitragen, die eigenen Positionen in Diskussionen gefestigter und überzeugender vertreten zu können. Am Ende könnte auf diese Weise aus dem Seminar heraus ein Grundsatzdokument der Jusos Nürnberg entstehen, in dem unsere erarbeiteten Positionen vorgestellt werden.

Zum Ablauf:

Im Rahmen der Juso-Seminarreihe von ca. 6 Sitzungen wollen wir uns 2012 mit den drei ebenso klassischen wie aktuellen Themenbereichen Verteilungsgerechtigkeit, Geschlechtergerechtigkeit und Frieden auseinandersetzen. Zu jeder Sitzung soll hierbei ein kurzer Text gelesen und vorbereitet werden, mit dem sich dann in der Sitzung auseinandergesetzt werden soll.

Die Themenbereiche:

Verteilungsgerechtigkeit: Hier wird es in erster Linie darum gehen, zu fragen, ob die großen materiellen Ungleichheiten in unserer Gesellschaft überhaupt gerechtfertigt werden können und wer in dieser Gesellschaft überhaupt „verdient, was er verdient“.
Cohen, G.A (2010.: Sozialismus. Warum nicht?, München.
Gosepath, Stefan(2008): Grundzüge einer Theorie gleicher sozialer Gerechtigkeit, in: Wetz, Franz Josef: Kolleg Praktische Philosophie, Bd. 4, Recht auf Rechte, Stuttgart, S.147-169.
Pfannkuche, Walter (2003): Wer verdient schon, was er verdient? Fünf Gespräche über Markt und Moral, Stuttgart.

Geschlechtergerechtigkeit: Was sind die klassischen feministischen Forderungen und was hat es eigentliche mit dem Thema „Gender“ auf sich?
Kymlcika, Will (1996): Politische Philosophie heute. Eine Einführung, Kap. 7,  Frankfurt/New York.
Schößler, Franziska (2008): Einführung in die Gender Studies, Berlin.

Krieg und Frieden: Die zentrale und schwierige Frage, um die es gehen soll, ist  folgende: Kann ein militärischer Einsatz überhaupt gerechtfertigt werden und falls ja, unter welchen Voraussetzungen?

Habermas, Jürgen: Bestialität und Humanität. Ein Krieg an der Grenze von Recht und Moral, in: DIE ZEIT vom 29.04.99, [http://www.zeit.de/1999/18/199918.krieg_.xml].
Schmidt, Hajo (2008): Krieg als Herausforderung der praktischen Vernunft, in: Wetz, Franz Josef: Kolleg Praktische Philosophie, Bd. 4, Recht auf Rechte, Stuttgart, S.211-244.
Kreis, Georg (2006): Der gerechte Krieg. Zur Geschichte einer aktuellen Denkfigur, Basel